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IB Primary Years Programme (PYP)

Ein forschungsorientierter Lehrplan für Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren, bei dem das Lernen von Fragen und nicht von Antworten geleitet wird.
An der International Village School prägt das IB Primary Years Programme die Denkweise der Kinder – und nicht nur ihr Wissen. Vom Vorschulalter bis zur 5. Klasse entwickeln die Schülerinnen und Schüler die Haltung neugieriger, eigenständiger Lernender, die sich selbstbewusst mit komplexen Ideen und ungewohnten Situationen auseinandersetzen können.

Was Ihr Kind lernt

An den meisten Grundschulen wird ein Thema eingeführt, es werden Notizen gemacht, und das Kind wird daraufhin geprüft, wie genau es die vermittelten Inhalte wiedergeben kann. Der Lehrplan des IB PYP geht von einem anderen Ansatz aus. Anstatt von den Kindern zu verlangen, Inhalte auswendig zu lernen und zu wiederholen, werden sie dazu ermutigt, zu forschen, Fragen zu stellen und ihr eigenes Verständnis zu entwickeln.

Das Lernen orientiert sich an sechs transdisziplinären Themen, die Unterrichtsfächer mit Konzepten aus der realen Welt verknüpfen: Ein Kind, das sich mit dem Thema „Den Planeten teilen“ (Sharing the Planet) befasst, liest also nicht einfach nur in einem Lehrbuch über Umweltverantwortung. Vielmehr erforscht es dieses Thema gleichzeitig in den Bereichen Naturwissenschaften, Sprache und Gesellschaftskunde. Wissen wird dem Kind nicht einfach vorgesetzt, sondern von ihm selbst erarbeitet.

Die sechs transdisziplinären Themen

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Wer wir sind
Identität, Beziehungen, persönliche Werte sowie körperliches und emotionales Wachstum.
Wo wir uns in Raum und Zeit befinden
Geschichte, Geografie und die Art und Weise, wie die Vergangenheit die Welt prägt, in der Kinder heute leben.
Wie wir uns ausdrücken
Kreativität, Kultur und die vielfältigen Arten, wie Menschen Sprache und Kunst nutzen, um ihre Gedanken und Gefühle zu vermitteln.
Wie die Welt funktioniert
Die natürliche Welt, wissenschaftliches Denken und das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt.
Wie wir uns organisieren
Die Systeme, die Gemeinschaften aufbauen, um zu funktionieren – von lokalen Institutionen bis hin zu den Strukturen, die Gesellschaften weltweit miteinander verbinden.
Den Planeten teilen
Rechte, Pflichten und die Entscheidungen, die mit dem Zusammenleben mit anderen Menschen und Arten auf einem gemeinsamen Planeten einhergehen.

Die sechs Themenbereiche

Sechs Themenbereiche verleihen den transdisziplinären Themen ihre Substanz. Jeder von ihnen entwickelt eine andere Dimension der Fähigkeit eines Kindes, sich mit der Welt auseinanderzusetzen:
Sprache:
Die Schüler entwickeln die Fähigkeit, präzise zu lesen, zu schreiben, zuzuhören und zu sprechen. Der Schwerpunkt liegt auf zielgerichteter Kommunikation, nicht auf oberflächlicher Sprachgewandtheit.
Mathematik:
Das Verständnis für Zahlen und numerische Zusammenhänge wird anhand von Anwendungen aus der Praxis entwickelt. Die Schüler lernen, mit Zahlen zu denken, anstatt sie lediglich zu berechnen.
Naturwissenschaften:
Beobachtung und Untersuchung stehen im Mittelpunkt. Die Schüler lernen, das Gesehene zu hinterfragen, bevor sie Schlussfolgerungen ziehen.
Sozialkunde:
Eine Untersuchung darüber, wie Kulturen Gestalt annehmen, wie Gemeinschaften strukturiert sind und wie sich Gesellschaften im Laufe der Zeit entwickeln.
Kunst:
Bildende Kunst, Musik und Theater werden als eigenständige Fächer unterrichtet. Kreatives Denken ist an der IVS keine Ergänzung zur akademischen Arbeit.
Persönliche, soziale und körperliche Bildung (PSPE):
Körperliche Gesundheit, emotionale Entwicklung und soziale Kompetenzen gelten als zentrale Lerninhalte und nicht als bloße Randaktivitäten. Das PYP stellt PSPE gleichberechtigt neben alle akademischen Fächer, denn die Forschungslage ist eindeutig: Kinder, die ihr eigenes Wohlbefinden verstehen, lernen auch in allen anderen Bereichen besser.

Die PYP-Ausstellung

Im letzten Jahr des Primary Years Programme (PYP) absolvieren die Schülerinnen und Schüler die „PYP Exhibition“ – ein von ihnen selbst geleitetes Forschungsprojekt, das den Höhepunkt ihrer PYP-Zeit darstellt.

Jedes Kind wählt ein Thema von persönlicher Bedeutung aus der Lebenswirklichkeit, erforscht es über mehrere Wochen hinweg eigenständig und präsentiert sowohl den Prozess als auch die Ergebnisse der Schulgemeinschaft. Thema, Fragestellungen und Vorgehensweise werden dabei vollständig von den Schülern selbst bestimmt.

Die meisten Schülerinnen und Schüler beschreiben die Exhibition als den Moment, in dem sich das Lernen nicht mehr wie etwas anfühlt, das ihnen widerfährt, sondern wie etwas, das sie aktiv selbst gestalten. Genau dieser Wechsel hin zu Eigenverantwortung und Selbstbestimmung ist das Ziel des PYP – und er bereitet die Kinder optimal auf den Übergang in das Middle Years Programme vor.

Häufig gestellte Fragen

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Der britische Cambridge-Bildungsweg führt in der 10. Klasse zum IGCSE-Abschluss, wobei die Leistungen der Schülerinnen und Schüler durch fachspezifische schriftliche Prüfungen ermittelt werden. Der Lernfortschritt in den Cambridge-Stufen für die Primar- und Sekundarstufe I wird anhand definierter Lernziele in den jeweiligen Fächern verfolgt.

Das PYP bewertet den Fortschritt auf andere Weise. Bis zur Ebene des Diploma Programme finden keine schriftlichen, externen Prüfungen statt. Stattdessen beurteilen Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich anhand von vier Kriterien pro Fachbereich. Den Abschluss des Programms bildet die „PYP Exhibition“ – ein von den Schülern geleitetes Forschungsprojekt, das am deutlichsten zeigt, was ein Kind tatsächlich verstanden hat und eigenständig umsetzen kann. Ein detaillierter Vergleich der Systeme UK Cambridge, ICSE, CBSE und IB ist auf unserer Seite zum Lehrplanvergleich zu finden.

Schüler, die das PYP an der IVS abschließen, wechseln direkt in das IB Middle Years Programme (MYP), das die Klassen 6 bis 10 umfasst. Dieser Übergang ist gezielt so angelegt. Die im PYP entwickelten Fähigkeiten zum forschenden Lernen und die Denkweisen bilden das Fundament für das MYP; die Schüler beginnen die 6. Klasse also bereits mit dem Wissen, wie das Lernen an der IVS funktioniert, anstatt sich erst von Grund auf an ein neues System anpassen zu müssen.
Englisch ist die Hauptunterrichtssprache im gesamten PYP. Die Schülerinnen und Schüler lernen zudem Tamil und Hindi; zudem steht Französisch als Wahlfach zur Verfügung. Der Spracherwerb im PYP beschränkt sich nicht auf Grammatikregeln und Vokabellisten. Die Lernenden entwickeln die Fähigkeit, kulturübergreifend zu kommunizieren – eine Kompetenz, die für das IB-Verständnis von „International-Mindedness“ (internationaler Orientierung) von zentraler Bedeutung ist.
Im PYP werden keine standardisierten schriftlichen Prüfungen als primäre Form der Leistungsbeurteilung eingesetzt. Die Lehrkräfte beurteilen die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich anhand von Beobachtungen, Projekten und Nachweisen des Verständnisses, die im Verlauf der Unterrichtseinheiten (Units of Inquiry) erbracht werden. Die Eltern erhalten regelmäßige Rückmeldungen zu allen sechs Fachbereichen. Die PYP-Ausstellung im Abschlussjahr bildet den krönenden Abschluss der Leistungsbeurteilung im Programm – und im Gegensatz zu einer herkömmlichen Prüfung liegt die Verantwortung für jeden Aspekt, von der Fragestellung bis zum Ergebnis, bei den Schülerinnen und Schülern selbst.
Weitere häufig gestellte Fragen

Manche Dinge sieht man besser, als dass man sie liest.

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Die Führungen finden das ganze Jahr über statt und werden von Dozenten und Studierenden des IVS geleitet. Die Teilnehmerzahl pro Führung ist begrenzt; buchen Sie daher frühzeitig.
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